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Das Wort 'Bibliothek' wurde aus dem Griechischen übernommen. Bereits in der Antike bezeichnete das Wort βιβλιοθήκη biblio-thḗkē einen 'Buch-Behälter'. Das kann ein Raum mit Ablagen sein, ein Kasten oder eine Kiste, bei den Römern genannt „scrinium“ oder „capsa“. 

Quelle: Wikipedia


Die BT CAPSA ist eine Zusammenstellung von Büchern, die zur Konzeption der Intervention 'Botschaft Transit' verwendet wurden. Sie dien(t)en der Recherche zu Themen wie dem öffentlichem Raum, Partizipation, Mobilität, soziale Architektur, Welt-Ernährung im 21. Jahrhundert und mehr. Diese Bücher sind auf Anfrage frei zugänglich und können beim Aufenthalt in der Botschaft geliehen und gelesen werden. Hier wird eine Auswahl vorgestellt. 


Die Weltverbesserungsmaschine: 

Die Rekonstruktion einer abstrakten Imagination

Von: Moritz Ahlert, Friedrich von Borries, Jens-Uwe Fischer

Verlag: Merve Verlag Berlin


Es geht um: Seit dem 17. Jahrhundert gibt es in verschiedenen europäischen Metropolen den geheimen Plan, eine Weltverbesserungsmaschine zu errichten. Diese basiert auf der Annahme, dass die richtige Anordnung von Kunstwerken und Artefakten in einer architektonischen Superform eine mächtige Kraft freisetzen würde. Diese Idee beflügelte absolutistische Machtphantasien genauso wie aufklärerische Weltverbesserungsansprüche. Der Bau der Maschine, so die damalige Haltung, sei die gemeinsame Aufgabe der Wissenschaften und der Künste. Auch der preußische Staat wollte im europäischen Wettbewerb nicht zurückstehen und gründete deshalb die Akademie der Künste (1696), die Akademie der Wissenschaften (1700) und später die Königlichen Museen zu Berlin (1830). Die Akademien widmeten sich der wissenschaftlichen und künstlerischen Forschung, die Museen sammelten die als notwendig erachteten Bauteile. Ende des 19. Jahrhunderts scheiterte dieses Langzeitvorhaben jedoch endgültig, das Geheimprojekt geriet in Vergessenheit. Der erste Band des Forschungsvorhabens 'Die Berliner Weltverbesserungsmaschine' stellt die Geschichte dieses Projektes dar. 

'Die Weltverbesserungsmaschine' ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Staatliche Museen zu Berlin, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft und der HFBK Hamburg, gefördert von der Schering-Stiftung und der Jungen Akademie.
Alle Abbildungen © Moritz Ahlert, Friedrich von Borries, Jens-Uwe Fischer, Merve Verlag Berlin








Martin Kippenberger, Musik 1979–1995

Autoren: Max Dax (Spex), Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris) und Frieder Butzmann

Verlag: Edition Kröthenhayn


Es geht um: Kippenberger akustisch!

Schon mit 44 Jahren enteilte Martin Kippenberger dieser Welt. Das Enfant Terrible der Kunstszene, einer der prominentesten deutschen Maler, bekannt für bärbeißige Provokationen und künstlerischem Output im hohen Maße, starb 1997 an den Folgen seines Alkoholkonsums.

1978 siedelte Kippenberger nach Berlin um, eröffnete mit seiner zukünftigen Galeristin Gisela Capitain ”Kippenbergers Büro“ und übernahm als Geschäftsführer den legendären Veranstaltungsort SO36, wo unter seiner Regie Bands wie The Red Krayola, Scritti Politti, Kleenex oder Kevin Coyne das Berliner Punkpublikum verunsicherten. Mit seiner eigenen Band Luxus (u.a. mit Christine Hahn von Malaria) veröffentlichte er 1979 eine Single, die nur in homöopathischer Auflage erhältlich war. In den darauf folgenden Jahren kam es immer wieder zu kleinen Single-Veröffentlichungen, u.a. mit Malerkollege Albert Oehlen. Kippenbergers Leidenschaft war der Swing, großer pompöser Bigbandjazz, der sich auch auf der Veröffentlichung des „Golden Kot Quartetts“ wieder findet, bei dem Kippenberger als Schlagzeuger aufgelistet wird. Yuppi Du zeigt seinen dadaistischen Humor, die Versionen von Ja, Ja, Ja, Nee, Nee, Nee. sind eine humorvolle Verneigung vor Joseph Beuys.


Edition Kröthenhayn veröffentlichte  auf CD und Vinyl das der Nachwelt erhaltene musikalische Werk Kippenbergers und seinen Freunden. 60 Minuten Musik: Jazz, Krach und Obskures. Eine limitierte (1000 Expl.) handnummerierte 10“ Vinylbox mit 3 Schallplatten und 36-seitigem Buch, sowie ebenfalls limitiert, eine CD Box mit 72-seitigem Buch, beides in Stülpschachtel und Banderole, hochwertig luxuriöse Buchbinderarbeit! Texte von Max Dax (Spex), Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris) und Frieder Butzmann, sowie viele ungesehene Fotos.








Bilal, Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Von: Fabrizio Gatti

Verlag: Kunstmann


Es geht um: Europa heißt ihr Ziel, doch wenn sie es überhaupt erreichen, warten dort neue Demütigungen auf sie: Fabrizio Gattis aufrüttelnder Bericht über seine Reise mit afrikanischen Migranten.

Die Reise, die der italienische Journalist Fabrizio Gatti für sein Buch "Bilal" unternommen hat, war alles andere als ungefährlich: Er folgte Migranten, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft aus Westafrika durch die Sahara in Richtung Europa ziehen. Monatlich fünfzehntausend Menschen, darunter Frauen, Kinder und Alte, machen sich von der Tuareg-Stadt Agadez aus auf den Weg durch die Wüste. Was der Chefreporter des Nachrichtenmagazins „L'espresso“ mit ihnen erlebt, ist so schockierend, dass man seine Schilderungen gerne für Fiktion halten würde.

Gatti zwängt sich mit den Glückssuchern auf Jeeps und Lastwagen. Fast hundertdreißig Personen zählt er einmal auf der Ladefläche eines Kleintransporters. Eine Reifenpanne in der Wüste kann den Tod aller bedeuten. Wer einschläft und herunterfällt oder erkrankt, wird zurückgelassen. Nicht selten setzen die Schlepper ihre Ware einfach aus, um schneller an neuen Kunden verdienen zu können.

Alle Abbildungen © Fabrizio Gatti, Kunstmann Verlag

mehr lesen:
Rezension der FAZ











Erniedrigung geniessen

Kapitalismus und Depression III

Autoren: Fjodor Dostojewski, Frank Castorf, Alexander Kluge, die Jackson Pollock Bar, Jutta Koether, Franz Liebl, Orhan Pamuk, Guillaume Pauli, Cord Riechelmann, Jens Roselt

Verlag: Alexander Verlag


Es geht um: „Was ist denn kein Unsinn?“
„Kein Unsinn bin ich selbst. Alles ist für mich da, die ganze Welt ist für mich erschaffen. Wissen Sie mein Freund, ich glaube noch daran, dass es sich auf der Welt gut leben läßt. Und das ist der allerbeste Glaube, denn ohne ihn kann man nicht einmal schlecht leben und müsste sich vergiften. Wie man sagt, hat irgend so ein Dummkopf das auch getan – ganz gewiß ein Deutscher. Er hatte das Philosophieren so weit getrieben, daß er alles, aber auch alles negierte, selbst die Berechtigung aller normalen und natürlichen menschlichen Verpflichtungen, und so kam es dahin, daß ihm nichts mehr blieb; das Resultat war gleich Null, und da verkündete es, das Beste im Leben sei die Blausäure.”
(Fjodor Dostojewski)

Neben Dostojewski, der für Nietzsche zu den „schönsten Glücksfällen“ seines Lebens gehörte, zeigen in diesem Band, wie man Erniedrigung genießt, u.a. Theater- und Filmregisseur Frank Castorf, die Jackson Pollock Bar, die Künstlerin Jutta Koether, der Professor für strategisches Marketing Franz Liebl, der Romancier Orhan Pamuk, der glückliche Arbeitslose Guillaume Pauli, der Verhaltensforscher Cord Riechelmann und der Theaterwissenschaftler und Autor Jens Roselt.












Smarte grüne Welt?

Digitalisierung zwischen Konsum und Nachhaltigkeit

Autoren: Steffen Lange, Tilman Santarius

Verlag: oekom


Es geht um: »(...) eine kundige Bestandsaufnahme, was dauerhafte digitale Vernetzung, Smartphonisierung und Big Data mit uns machen.« 
Markus Wanzeck, bild der wissenschaft

»Alles wird sich ändern!« Dieser prophetische Ruf aus der IT-Branche ist inzwischen zur gängigen Einschätzung über die Tragweite der Digitalisierung geworden. Doch was bringt die Digitalisierung für Ökologie und Gerechtigkeit? Führt sie uns in eine smarte grüne Welt, in der alle vom technologischen Fortschritt profitieren und wir zugleich schonender mit der Umwelt umgehen? Oder steuern wir in einen digitalen Kapitalismus, in dem sich Geld und Macht auf wenige konzentrieren und die Wirtschaft noch weiter über die planetaren Grenzen hinauswächst?

Steffen Lange und Tilman Santarius analysieren, wie sich die Digitalisierung bisher auf Energie- und Ressourcenverbräuche, Arbeitsplätze und Einkommensverteilung ausgewirkt hat, und entwickeln Design-Prinzipien für eine nachhaltige Digitalisierung. Damit die Digitalisierung die Welt auch wirklich smarter macht. Alle Abbildungen © oekom, Steffen Lange, Tilman Santarius

Video zum Thema:
Vortrag Tilman Santarius, Fraunhofer Umsicht









David Shrigley, Brain Activity

Autoren: David Shrigley

Verlag: self-published


Es geht um: David Shrigley: Brain Activity offers an unusually complete look at the artist’s diverse creative approach. Featuring an interview by writer Dave Eggers and newly comissioned essays by Martin Herbert and Cliff Lauson, this books also features a new 7-inch picture disc featuring exclusive recorded original spoken word material created specifically for the book and presented in screen-printed packaging.
Alle Abbildungen © David Shrigley











Ursula Böckler: Die Photos der Magical Misery Tour mit Martin Kippenberger

Autorin: Ursula Böckler

Verlag: Bierke


Es geht um: Im Dezember 1985 bricht der Künstler Martin Kippenberger zu seiner legendären dreimonatigen Magical Misery Tour nach Brasilien auf. Die ersten beiden Monate verbringt er in Rio de Janeiro. Danach trifft sich Ursula Böckler mit Martin Kippenberger in Salvador de Bahia.

Ursula Böcklers Aufgabe ist es die gemeinsame Reise durch den Nord-Osten Brasiliens und dem Amazonasgebiet fotografisch zu begleiten. Auf vielen Aufnahmen inszeniert sich Martin Kippenberger im öffentlichen Raum. Seine performativen Interventionen und Aktionen sind nur auf diesen Fotografien festgehalten. Weitere Bilder zeigen private und alltägliche Momente der Reise.

So entstanden über 150 außergewöhnliche Aufnahmen bei denen sowohl Böcklers persönlicher Blick als auch die Visionen des legendären Künstlers zusammenfließen. Alle Abbildungen © Ursula Böckler, Birke Verlag










Alexander Kluge, PLURIVERSUM

Autoren: Leslie A. Adelson, Christoph Streckhardt, Richard Langston, Ben Lerner, Alexander Kluge, Anna Fricke, u. a.

Verlag: Spector Books


Es geht um: Anlässlich des 85. Geburtstags von Alexander Kluge richtete das Museum Folkwang dem Filmemacher, Autor und Künstler eine umfassende Werkschau aus. Die Ausstellung führt in sein künstlerisches ‚Pluriversum‘ ein und zielt auf die Veranschaulichung von Kluges zentralen Methoden, Themen und Denkwegen. Im Zentrum stehen dabei seine filmischen Collagen. Die ausstellungsbegleitende Publikation greift die Themen der Ausstellung auf und stellt das für Kluge zentrale Arbeitsprinzip der Kollaboration ins Zentrum, das 'Zusammendenken' mit Wissenschaftlern und Künstlern wie beispielsweise Thomas Demand, Georg Baselitz oder Ben Lerner. Wie die Ausstellung entsteht auch die Publikation in enger Zusammenarbeit mit Alexander Kluge. „Alexander Kluge—Pluriversum“, Museum Folkwang, Essen (15. September 2017 bis 7. Januar 2018 und im 21er Haus in Wien von Februar bis April 2018). Alle Abbildungen © Alexander Kluge, Spector Books

Alexander Kluge und Anna Fricke:
Video zur Ausstellung im Museum Folkwang









Kunstforum Ausgabe 258: Kunstnatur I Naturkunst

Autoren: diverse

Verlag: Kunstforum


Es geht um: Die Natur steckt in der Krise. Der ökologische Fußabdruck des Menschen ist größer als die Natur verkraften kann. Und neben der brachialen Zerstörung natürlicher Lebensräume hat die Technisierung in alle Bereiche der Umwelt Einzug gehalten. Im gleichen Zuge stimmen gegenwärtige Theoriediskurse den Abgesang auf die Natur an, indem sie gängige Natur / Kultur-Konzepte aufkündigen und den Begriff des Natürlichen verabschieden. Die Kunst reagiert auf die Vorstellung einer vom Menschen gemachten, einer künstlichen Natur, die seit rund zwei Jahrzehnten unter dem Schlagwort des Anthropozän die öffentliche Diskussion beherrscht. Künstlerinnen und Künstler positionieren sich dabei zwischen Kunstnatur und Naturkunst, indem sie einerseits synthetische Prozesse der Erzeugung von Natur anwenden und andererseits Natur nach wie vor als Motivund Ideengeberin nutzen. Die Natur ist tot. Es lebe die Natur. Ihre Konjunktur in der Kunst zeigt: Sie ist widerständig, fordert zu immer neuen Auseinandersetzungen und bringt dabei mehr als Naturuntergangs- und Naturrettungskunst hervor. Der Themenband liefert eine Bestandsaufnahme ästhetisch, technologisch und ökologisch motivierter künstlerischer Positionen. 
Alle Abbildungen © Kunstforum







Imperiale Lebensweise: 

zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus

Autoren: Ulrich Brand, Markus Wissen

Verlag: Oekom Verlag, 2017


Es geht um: "Immer mehr Menschen - im globalen Norden und zunehmend auch im globalen Süden - machen sich eine imperiale Lebensweise zu eigen. Sie bedienen sich an den ökologischen und sozialen Ressourcen andernorts, um sich selbst einen hohen Lebensstandard zu sichern. Appelle an einen "grünen Konsum" oder Strategien einer "grünen Ökonomie" ändern daran nichts. Viel grundlegendere Veränderungen sind nötig. Ulrich Brand und Markus Wissen analysieren die Ursachen der imperialen Lebensweise, beleuchten ihre zerstörerischen Wirkungen und zeigen Wege zu ihrer Überwindung auf."

Haben wir die Zeiten des Imperialismus nicht längst hinter uns gelassen? Wenn man erwägt, in welchem Maße sich der Globale Norden nach wie vor an den ökologischen und sozialen Ressourcen des Globalen Südens bedient, rücken die Begriffe »Globaler Kapitalismus« und »Imperialismus« wieder näher zusammen. Unsere Muster von Produktion und Konsum erfordern einen überproportionalen Zugriff auf Ressourcen, Arbeitskraft und biologische Senken der restlichen Welt. Mit anderen Worten: Die Ausbeutung von Mensch und Natur hält nach wie vor an – und nimmt weiter an Fahrt auf.

Ulrich Brand und Markus Wissen legen in ihrem Buch eine umfassende Krisenbeschreibung vor, die zeigt, wie inadäquat die aktuellen, oft marktförmigen und technischen Strategien der Problemlösung im Kapitalismus sind. Das Buch erinnert eindringlich daran, wie notwendig eine umfassende »sozial-ökologische Transformation« hin zu einer solidarischen Lebensweise ist und wie man sie auf den Weg bringen kann.
Alle Abbildungen © oekom, Ulrich Brand, Markus Wissen

Zur Buchvorstellung von Joseph Mühlbauer:
https://www.youtube.com/watch?v=2PJ2kciRmVU






GLOBAL WARMING

Autoren: diverse

Ausstellungskatalog KW Mannheim, 2013


Es geht um: Die Globalisierung hat längst auch die Kunst erfasst. „Global Warming" bezieht sich weniger auf die drohende Klimakatastrophe als auf den Stand der Welt insgesamt, schlaglichtartig beleuchtet durch künstlerische Positionen aus 9 Ländern. Darin wird deutlich, dass es sich eher um eine drohende Eiszeit in den Beziehungen der Menschen zueinander handelt. Ziehen Sie sich warm an!
Alle Abbildungen © den aufgeführten Künstlern, KW Mannheim






Berliner Atlas paradoxer Mobilität

Autoren: Moritz Ahlert, Friedrich von Borries, Christoph T. Herrmann, Stefan Rammler, Gereon Uerz, Olaf Unverzart, Harald Welzer

Verlag: Merve Verlag Berlin, 2011


Es geht um: Der Atlas beschreibt Phänomene der heutigen Mobilität – und offenbart am Beispiel von Berlin deren innere Widersprüchlichkeit. Mobilität wird dabei weit gefasst. Es geht um die Bewegungsmuster von Fahrradkurieren genauso wie von Drogendealern, Touristen und Abschiebehäftlingen. Kartiert werden brennende Autos, überfahrene Füchse und nicht fertig gestellte Autobahnbrücken, aber auch die Flugrouten über Berlin, die Standorte von Wagenburgen und die Verteilung von in Berlin zugelassenen Porsches.

Neben diesen Karten geben Interviews mit Strassenmusikanten, Trampern, Obdachlosen, Lastwagenfahrern, Puffbetreibern und mobilen Würstchenbratern einen vertieften Einblick in Mobilitätskulturen, die in Fotos von Olaf Unverzart dokumentiert und Essays u.a. von Stephan Rammler, Harald Welzer und Gereon Uerz reflektiert werden.

Der Band erscheint in Zusammenarbeit mit der Initiative ÜBER LEBENSKUNST, einem Projekt der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt. Alle Abbildungen © Merve Verlag Berlin, den Autoren









Real Food, Martin Paar

Autoren: Martin Paar, Fergus Henderson

Verlag: Phaidon, 1994–2015


Es geht um: Real Food celebrates all things food through the eyes of the renowned British photographer Martin Parr – a kaleidoscope of foods the world over, from hot dogs to sticky buns and langoustine to lemon meringue pie. Featuring photographs taken throughout Martin Parr’s prolific career to-date, Real Food contains the very best of Parr’s iconic imagery – a collection of close-up food shots, in typical garish color, taken by Parr throughout his travels across the world.

Introduced with an essay by Fergus Henderson, British chef and founder of the restaurant St John’s in London, which considers Parr’s photographs in the context of global cuisine, and Parr’s fascination with the social aspect of food that is at the heart of these photographs.
Alle Abbildungen © Martin Parr, Phaidon







Is this real? - Die Kultur des HipHop

Autoren: Gabriele Klein und Malte Friedrich

Verlag: edition Suhrkamp


Es geht um: HipHop ist die erfolgreichste und folgenreichste Popkultur, die die globale Kulturindustrie hervorgebracht hat. In Is this real? geht es nicht um die Werke, sondern um die kulturelle Praxis des HipHop; Lebensstil und Lebensgefühl stehen im Mittelpunkt. HipHop wird als eine hybride Kultur vorgestellt, die sich im ›Dazwischen‹ von Ethnizität und Authentizität, Globalisierung und Lokalisierung, von Bild und Wirklichkeit, von Theater und Realität, von Ritualität und Profanität entfaltet.

Die Frage nach der Herstellung von Wirklichkeit wird in medien-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Debatten der spätmodernen Gesellschaften besonders diskutiert. In der HipHop-Kultur ist die Frage »Is this real?« besonders virulent, weil HipHop eine theatrale Kulturpraxis ist und als solche Wirklichkeit herstellt.

Das Buch entwickelt also nicht nur eine neue Perspektive auf die HipHop-Kultur. Es macht am Beispiel dieser Popkultur auch kulturtheoretisch aktuelle Fragen anschaulich. Damit ist das Buch zugleich ein unverzichtbarer Baustein zum Verständnis von Populärkultur und alltagskulturellen Praktiken in Mediengesellschaften. Alle Abbildungen © Gabriele Klein und Malte Friedrich, edition Suhrkamp









Top Secret
Bilder aus den Archiven der Staatssicherheit

Autoren: Simon Menner

Verlag: Hatje Cantz, 2013


Es geht um: Für den Geheimdienst der DDR arbeiteten fast 300 000 Menschen, pro Einwohner also weit mehr als etwa für die CIA oder den sowjetischen KGB. Knapp 50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer hat Simon Menner (* 1978 in Emmendingen) in den Archiven der Staatssicherheit spektakuläre Aufnahmen gefunden, die die Arbeit der Überwachung dokumentieren. Ehemals geheime, hochoffizielle Fotografien zeigen Beamte und Angestellte, wie sie sich professionell verkleiden, falsche Bärte ankleben oder per Handzeichen verständigen. Ihr Anblick wirkt heute nahezu lächerlich, wenngleich dem Betrachter das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Publikation darf als visuelle Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit und aktueller Fragen der Überwachung gelten – und ist dabei äußerst amüsant. Dass dem Künstler die Türen der Gegenseite, etwa des britischen Secret Service oder des deutschen Bundesnachrichtendienstes, verschlossen blieben, verleiht dem Thema Brisanz und eine absurde Note.

Alle Abbildungen © Simon Menner, Hatje Cantz








Der Filmemacher Christoph Schlingensief

Autoren: Georg Seeßlen

Verlag: Autoren Kunst Leben, Getidan


Es geht um: Filme machen. Filme anders machen. Andere Filme machen. Filme die eigentlich unmöglich sind. Filme als Befreiung – das war Christoph Schlingensiefs Programm: »75 Minuten mit der Faust auf die Leinwand«. Immer ging es ihm darum, das Unsichtbare sichtbar zu machen und das Dunkle zwischen den Bildern aufscheinen zu lassen. Christoph Schlingensief war ein Sichtbarmacher – und vor allem: ein Bildermacher. Seine Filme sind keine vollendeten Kunstwerke, sondern eher das, was der Künstler Joseph Beuys als »soziale Skulptur« bezeichnete. Man geht hinein und kommt in gewisser Weise verändert wieder heraus, aber jeder erlebt das auf eine ganz eigene Weise. Christoph Schlingensiefs Filme haben ihre ästhetische und politische Aufgabe auch dann vollbracht, wenn sich Menschen einfach nur über sie aufregen. Andere sind durch sie vollkommen beglückt. Es kommt eben nicht nur auf die Filme an, sondern auch auf die Augen, die sie sehen.

Alle Abbildungen © Christoph Schlingensief, Georg Seeßlen, Autoren Kunst Leben, Getidan








Ana Mendieta, Traces

Autoren: diverse

Verlag: Hatje Cantz, Hayward Publishing, Museum der Moderne


Es geht um: Ana Mendieta war eine kubanische Künstlerin, die als Teenager in die USA gekommen war. In ihren Performances brachte sie den menschlichen Körper mit den Elementen Erde, Feuer und Wasser zusammen. Ihr Werk, festgehalten auf Super-8 Film war 2018 in Berlin zu sehen.

Voller Einfallsreichtum und Provokationslust schuf Ana Mendieta (1948–1985) während ihres kurzen Lebens ein innovatives und radikales Werk, in dem sie ihren Körper mit elementaren Stofflichkeiten wie Blut, Feuer, Erde oder Wasser verband und in Performances zu organischen Skulpturen formte. Leben, Tod, Wiedergeburt und spirituelle Wandlung sind zentrale Sujets im Schaffen der Künstlerin, die, in Kuba geboren, früh nach Amerika geschickt, an den Brüchen des Exildaseins und kultureller Heimatlosigkeit litt. Ihre »earth-body works« sind von mysteriös-poetischer Anmutung. In der Symbiose mit der Natur wird ihr Körper zur gespenstischen Silhouette aus tobenden Flammen oder schäumenden Wellen. Gottheiten erscheinen in Sand gemalt, auf Stein geritzt oder in Erde gezeichnet. Neben Zeichnungen, Foto- und Filmarbeiten werden erstmals Schriften und Originaldokumente der Künstlerin veröffentlicht.

Alle Abbildungen © Ana Mendieta, Hatje Cantz, Hayward Publishing, Museum der Moderne

Gespräch mit der neuen Direktorin des Martin-Gropius-Bau, Stephanie Rosenthal, zur Person Ana Mendieta und der Ausstellung in Berlin:
https://www.br.de/nachrichten/kultur/martin-gropius-bau-performance-filme-von-ana-mendieta,QplHAH0










Zurück zur Natur aber wie?

Autoren: Bernhard Blume

Verlag: Jes Petersen Galerie Berlin


Es geht um: Blume, Bernhard Johannes: Zurück zur Natur aber wie? Bernh. Joh. Blume bei Jes Petersen Galerie, Berlin. Auflage: 500 Exemplare. Berlin. Jes Petersen Galerie.

Alle Abbildungen © Bernhard Joh. Blume, Jes Petersen Galerie Berlin









Wir haben es satt! Warum Tiere keine Lebensmittel sind

Autoren: Iris Radisch, Eberhardt Rathgeb

Verlag: Residenz Verlag


Es geht um: Sind Sie Vegetarier? Gründe gäbe es viele – unsere Gesundheit, die Bedingungen und ökologischen wie sozialen Folgen der Massentierhaltung –, aber ist nicht der eine schon genug: Dass wir kein Recht haben, Tiere zu essen, weil wir kein Recht haben, sie zu töten. Und weil uns nichts dazu zwingt, schon gar nicht unsere Natur, es dennoch zu tun. Warum sind Sie dann nicht auch schon Vegetarier? Nichts wäre anständiger und besser, für Sie, für uns alle und unsere nächsten Verwandten, die Tiere.

Iris Radisch und Eberhard Rathgeb drehen den Spieß um: Sie zeigen, dass es keine guten, keine stichhaltigen Gründe gibt, Tiere zu essen. Und sie versammeln Texte aus Literatur und Philosophie, aus denen das Entsetzen und die Verzweiflung darüber spricht, dass wir es dennoch tun. Denn die Frage beschäftigt die Menschen seit Jahrhunderten und wird uns weiter quälen: Wer darf wen töten und warum?

Iris Radisch (Hg.), geboren 1959 in Berlin, arbeitet als Literaturredakteurin bei der Wochenzeitung Die Zeit. Sie ist Vegetarierin, immer schon. Zuletzt erschienen: „Die Schule der Frauen. Wie wir Familie neu erfinden“ (2007) und „Wir haben es satt“ (2011).

Eberhard Rathgeb (Hg.), geboren 1959 in Buenos Aires, arbeitete viele Jahre als Feuilletonredakteur für die FAZ. Er ist seit 10 Jahren Vegetarier. Zuletzt erschienen: „Schwieriges Glück. Versuch über die Vaterliebe“ (2007) und „Wir haben es satt" (2011).

Alle Abbildungen © Iris Radisch, Eberhardt Rathgeb, Residenz Verlag








Partizipation und urbane Intervention: 

Dimensionen, Gespräche, Projekte

Autoren: Norma Brecht, Dorothee Dubrau, Dorothee Dubrau, Emilio Martinez Vidal, Moritz Ahlert, 

Gesine Grande, Angelika Kell, Jens Uwe Fischer, Christa Müller, Verena Landau u.a.

Verlag: Edition Kultur Druck


Es geht um: Dimensionen nationaler und internationaler Ansätze der Partizipation und urbanen Interventionen von Madrid und Istanbul bis Hamburg und Berlin werden in diesem Band von Stadtplanern, Soziologen, Architekten und Landschaftsgestaltern diskutiert. Modelle des gesellschaftlichen Verhandelns von Raum und der Praxis seiner Aneignung sind Gegenstand der Gespräche zu Partizipation im Stadtraum Leipzig mit verschiedenen Akteuren wie einer Politikerin, Bürgerin, Künstlerin und Aktivistin. Der Katalogteil präsentiert themenbezogene Projekte von Studierenden, Absolventen und Lehrenden der Fakultät Architektur und Sozialwissenschaft, HTWK Leipzig, wie Ereignisdesign, Quartiersmanagement, Greiz Interventionen, Kleider machen Räume, 100% Health, Kinderstraßen, Architekturmaschine, Feinkost u.v.a.

Alle Abbildungen © den Autoren, Edition Kultur Druck







BAUHAUS IMAGINISTA
Die globale Rezeption bis heute

Autoren/Beiträge: Kader Attia, Elissa Auther, Suchitra Balasubrahmanyan, Regina Bittner, Gavin Butt, Helena Čapková, Beatriz Colomina und Mark Wigley, Anshuman Dasgupta, Magdalena Droste, Zvi Efrat, Fabienne Eggelhöfer, Elvira Espejo, Thomas Flierl, Bené Fonteles, Luca Frei, Hilde Heynen, Christian Hiller, Tom Holert, Yoshimasa Kaneko, Ailton Krenak, Eduard Kögel, Susanne Leeb, Mohamed Melehi, Partha Mitter, Wendelin van Oldenborgh, Marion von Osten, The Otholith Group, Adrian Rifkin, Daniel Talesnik, Paulo Tavares, Virginia Gardner Troy, Hiromitsu Umemiya, Melissa Venator, Grant Watson und Zoe Zhang

Verlag: Scheidegger & Spiess


Es geht um: Der Katalog zur Ausstellung — bauhaus imaginista erzählt die internationalen Geschichten des Bauhauses. Seit ihrer Gründung 1919 stand die Schule in Kontakt mit avantgardistischen Bewegungen weltweit. bauhaus imaginista schlägt eine neue Lesart des Bauhauses als globaler Resonanzraum und kosmopolitisches Projekt vor: Eine Ausstellung und zwei Konferenzen verfolgen die transnationalen Beziehungen, die Korrespondenzen und Migrationsgeschichten, die über die Jahre des Bauhauses als Schule (bis 1933) hinausreichen. Das Projekt verfolgt erstmals die Übersetzung von Bauhaus-Konzepten in verschiedene politische und geografische Kontexte.

Der Titel bauhaus imaginista verweist auf den Imaginationsraum, den das Bauhaus öffnete, und die vielschichtigen Lesarten, die der Begriff bis heute birgt. Zwischen Archivmaterialien und zeitgenössischen Beiträgen übersetzt das Projekt historische Perspektiven in Fragen zur Gegenwart: Wie lässt sich heute im Sinne des Bauhauses Kultur als soziales Projekt neu denken? Welche Art von Institutionen braucht ein solches Projekt? Wie regt das Bauhaus noch heute visionäre Praktiken und Diskurse an? 

Die Ausstellung reflektiert die künstlerische Erforschung von Handwerkstechniken, Materialitäten und Praktiken; untersucht, wie Konzepte des Bauhauses zur gesellschaftlichen Bedeutung von Gestaltung transformiert, angepasst oder auch in Frage gestellt wurden; und zeigt, wie der innovative Gebrauch von Medien am Bauhaus Kunst und Popkultur bis heute prägt. 

Seit März 2018 entstanden Ausstellungen, Symposien und Workshops in Rabat, Hangzhou, New York, Kyoto und Tokio, Moskau, São Paulo, Lagos und Delhi in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten und Partner*innen vor Ort. Im HKW entfaltet sich auf dieser Basis nun eine Gesamtschau von bauhaus imaginista. 

Kuratiert von Marion von Osten und Grant Watson in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Forscher*innen und Künstler*innen
Zum kuratorischen Statement

Mit Arbeiten von Anni Albers, Gertrud Arndt, Kader Attia, Lena Bergner, Nandalal Bose, Ahmed Cherkaoui, Alice Creischer, Zvi Efrat, Luca Frei, Walter Gropius, Doreen Mende, Hannes Meyer, Takehiko Mizutani, László Moholy-Nagy, Wendelien van Oldenborgh, Hélio Oiticica, The Otolith Group, Lygia Pape, Paulo Tavares, Iwao Yamawaki u.v.a.

Eine Zusammenarbeit zwischen der Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, dem Goethe-Institut und dem HKW

Im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart

Alle Abbildungen © den Autoren, dem Verlag, HKW, Bauhaus Berlin/Dessau/Weimar